
DiTSCH steht für
– die Erhaltung eines jahrhundertelangen Kulturerbes
– die Förderung der deutschen Sprache
– Bewusstseinsbildung, Überblick und Information
Und schlussendlich, daraus resultierend, für Begegnung: Von Deutsch Sprechenden in- und ausserhalb Tschechiens, von Jugend und älteren Generationen und von Tschechen* und Deutsch SprechendenDie historische Rolle der deutschen Sprache in der Tschechischen Republik muss an dieser Stelle nicht diskutiert werden. Heute ist Deutsch die (Zweit-) Sprache einer nationalen Minderheit, zahlreicher im Bereich des Böhmisch-Mährisch-Schlesischen Kulturkreises lebender ausländischer, vor allem deutscher, aber auch österreichischer StaatsbürgerInnen und jener, die durch Schule, Studium, Beruf oder aus anderen historischen oder gesellschaftlichen Gründen über einen Bezug zu dieser Sprache verfügen oder an ihr interessiert sind. Das Potenzial ist, zumindest derzeit, nicht exakt eruierbar, es scheint sich jedoch um eine Grössenordnung von ca. 40.000 SprecherInnen / InteressentInnen zu handeln.
Die Rolle der deutschen Sprache in der Tschechischen Republik erlebt offenbar widersprüchliche Entwicklungen: Obwohl die Zahl der inländischen SprecherInnen naturgemäss kontinuierlich abnimmt, und die Rolle des Deutschen als Unterrichtsfach in den letzten Jahren an Bedeutung verloren hat, scheint das Interesse an ihr zu steigen. Dies mag einerseits bedingt sein durch den massiven wirtschaftlichen, aber auch kulturellen Austausch mit dem deutschsprachigen Ausland, vor allem mit Deutschland, aber auch an zunehmenden Deutsch-relevanten Aktivitäten, etwa der Landesversammlung, hierzulande. Es gibt seit geraumer Zeit das Prager Literaturhaus deutscher AutorInnen oder das Prager Theaterfestival deutscher Sprache, tschechische SchriftstellerInnen verfassen deutschsprachige Literatur, in Ústi nad Labem befasst sich das dortige Museum in einer zweistöckigen Dauerausstellung mit der Geschichte der Deutschen in den Ländern der Böhmischen Krone, es gibt zahlreiche grenzüberschreitende Aktivitäten, durchaus auch seitens jüngerer Generationen, und die tägliche Zufallsbeobachtung lässt erkennen, dass Deutsch populärer ist, als es den Anschein haben mag. Zu den deutschsprachigen, meist historischen Vorträgen des Autors dieses Texts kamen meist mehr tschechische als deutsche BesucherInnen, und die Aktivitäten der Landesversammlung weisen ebenso darauf hin.
Aus paneuropäischer Sicht spielt hier auch die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitssprachen eine Rolle: Seit 28.2.2024 gilt der dritte Teil der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitssprachen in Tschechien auch für Deutsch (35 Maßnahmen in 8 Kreisen). Die Europäische Charta Charta der Regional- oder Minderheitssprachen gilt in ausgewählten Kreisen der Tschechischen Republik (meistens in der früheren Sudetendeutschen Gebieten) – im Rest des Landes gilt weiterhin Teil II der Charta.
Diese sehr heterogene(n) Zielgruppe(n) haben keine gemeinsame Plattform für Kommunikation und Austausch. Zahlreiche Veranstaltungen finden nur im Rahmen der Publikumskreise der jeweiligen Institutionen und privater Freundeskreise statt, und es ist dem/der Einzelnen auch nicht möglich, ständig zahlreiche unterschiedliche Webseiten und Newsletter zu durchforsten.
Wenn Sie Interesse an aktiver Mitarbeit, an Sprachkursen, Jugendcamps, deutschsprachiger Literatur oder deutschsprachigem Theater haben, wenn Sie Konversation pflegen wollen, alte Traditionen pflegen, Ihre Vorfahren ausfindig machen wollen und Vieles mehr, werden Sie Mitglied in einem der regionalen Verbände der Landesversammlung der deutschsprachigen Volksgruppe in der Tschechischen Republik!
Sehen Sie sich die umfangreiche Liste an Institutionen an, die als gemeinsamen Nenner “Deutsch” und “Tschechien” tragen.
